Raubzeugarbeit


  
1935 gibt H.Beck-Broichsitter eine Anleitung zu Raubzeugarbeit heraus.

 

 

 

Ist der junge Hund für sein Alter schon gut entwickelt, d.h. hat er einen verhältnismäßig muskulösen Körperbau, so beginnen wir getrost schon, ihn am Raubzeug scharf zu machen. Gut entwickelt kann der Hund aber nur sein, wenn er von klein auf draußen gewesen ist, sich mit Altersgenossen gebalgt hat, kurz wenn er von Anfang an zur Härte und Unempfindlichkeit erzogen wurde. Das ist es aber gerade was wir zur Raubzeugarbeit brauchen. In unserem Teckel wollen wir Jagdgefährten, die den Teufel nicht fürchten.
Früher war es gestattet, den jungen Hund an eingefangenem Raubzeug scharf zu machen. Man ging von kleinen Stücken zu immer stärkeren über, vom Drahtkäfig zum einfachen Kunstbau und gewöhnte so den Teckel an die Kampfweise seines Gegners. Heute ist dies nicht mehr zulässig. Deshalb dürfen wir aber nicht müßig werden, und ich will versuchen im nächsten Richtlinien aufzustellen, nach denen der Hund in freier Wildbahn zu arbeiten ist.
Unser Ziel bei allem ist, dem Hund zu zeigen, dass er nur schneidig genug heran gehen braucht, um den Gegner auszuschalten. Wir brauchen um jeden Preis Teckel, die schnell mit dem Raubzeug fertig werden, ja wir müssen bei der Einarbeitung darauf hinwirken, das der Hund selbst den Eindruck bekommt, das alles blitzartig gehen müsse. Nur so können wir erreichen, einerseits die Qualen des Wildes abzukürzen, andererseits auf einen Fuchs zum Schuss zu kommen. Wie die Raubzeugschärfe mit dem Charakter in Verbindung steht, brauche ich wohl kaum zu erklären. Feststellen will ich nur, das ein feiger Hund bei jeder Gelegenheit in der Praxis versagen wird.
Wie arbeiten wir den jungen Teckel nun ein, das er uns später in der Praxis auf Dachs und Fuchs gute Dienste leistet?
Bei Reviergängen lassen wir den kleinen immer mitlaufen und nehmen noch einen älteren Hund mit. Wird ein Kaninchen oder Hase gestochen, so wird der junge Teckel es sich nicht nehmen lassen, sich auf das Wild zu stürzen.
Bald wird man auch mal an wildernde Katzen kommen. Über den Schaden dieser Bestien brauche ich wohl auch kein Wort zu verlieren. Vom Fasan bis zum Rehkitz ist nichts vor ihm sicher. Also schnallen wir den alten Hund. Bevor er das Raubzeug völlig erledigt hat, lassen wir auch den jungen Hund los. Dadurch lernt er den richtigen Griff und bekommt Selbstvertrauen. Alle guten Gelegenheiten werden nun ausgenützt. Der junge Hund muss sich auch langsam an die Schmisse,  die es setzt gewöhnen. Sonst reist er später aus wenn er Raubzeug wittert.
Nun sucht man bald eine Gelegenheit Jungfüchse allein im Bau an zu treffen. Nach den Vorübungen des Würgens über der Erde wird dies keine Schwierigkeiten machen. Besonders wenn wir es mir gut Veranlagten Hunden zu tun haben. Mit den anderen sollte man sich nicht abgeben.
Ist der Hund durch all diese Maßnahmen nicht zum Zufassen zu bewegen so schieße man in Tot. Ein Gebrauchsteckel wird er nie, und bleibt er am Leben, so dann wenn er z.B. zum Ausstellungshund wird, wird er ganze Zuchtlinien verderben.