Wertermittlung eines Hundes im Versicherungsfall

 

 


Rüde    DTK    11 Jahre    mit  Prüfungen 
   

 

 

Sachverständiger für das Gebrauchshundwesen (JGHV)     Auszüge

Gemäß Auftrag der VGH Versicherungen - vom 15. 6. 2006 -  wird zu Grund und Höhe der Schadensersatzpflicht aus der Tötung am 12.5. 2006 des am 4. 6. 1995 gewölften RauhhaarTeckel-Rüden „Dasty ......."  - nachfolgendes

Gutachten

erstattet:

Zum Grunde der Schadensersatzpflicht

 

Zum Schadensersatz verpflichtet ist, wer vorsätzlich oder fahrlässig u. a. das Eigentum eines anderen widerrechtlich verletzt.

Der Versicherungsnehmer ......... hat, so weit aus den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen ersichtlich, auf einen vom getöteten Teckel gesprengten Fuchs geschossen, erlegte diesen und traf dabei gleichzeitig den Teckel. Aus der Skizze lassen sich Einzelheiten wie Entfernungen., Bewuchs, Schusswinkel etc. nicht erkennen, es bleibt jedoch festzuhalten, daß der Fuchs von Herrn ................. offensichtlich eindeutig angesprochen (erkannt) werden konnte.

Bei der Baujagd verlassen Teckel und Terrier während der Arbeit nicht selten den Bau, um - oft in andere Röhren - wieder einzuschliefen. Ebenso ist es nicht unüblich, dass Bauhunde dem von ihnen unter der Erde verfolgten Raubwild unmittelbar beim Verlassen des Baues folgen und der Abstand zunächst sehr gering ist. 

Mit diesen Besonderheiten muss jeder Jäger, der an einer Baujagd teilnimmt, rechnen und sich entsprechend verhalten. 

Ein Schuss ist erst zu verantworten, wenn der Fuchs einwandfrei als solcher erkannt und/oder völlig frei ist, d.h. , kein Hund (und natürlich auch kein Mensch) gefährdet werden kann. Wenn sich jemand diesen Sorgfaltsmaßstäben nicht entsprechend verhält, ist voraussehbar, dass es zu Schädigungen wie im vorliegenden Fall kommt. Herr ...... hat sich nicht den im konkreten Fall erforderlichen Sorgfaltspflichten entsprechend verhalten, der bedauerliche Erfolg war voraussehbar und vermeidbar. Herr ....... hat fahrlässig gehandelt und ein Schadensersatzanspruch des Herrn ..... erscheint dem Grunde nach gerechtfertigt.

 

 

 

 

Zur Höhe des Anspruchs 1. Bewertungsmaßstäbe

Bei der Festsetzung des Marktwertes eines Jagdhundes zu einem bestimmten Zeitpunkt ist zu unterscheiden zwischen dem Gebrauchswert und dem merkantilen Zuchtwert, die sich nach unterschiedlichen Kriterien richten.

A. Gebrauchswert

Bei der Bemessung des Gebrauchswertes sind die Leistungen eines Hundes zu berücksichtigen, die er zum Bemessungszeitpunkt im praktischen Jagdgebrauch zu erbringen in der Lage war und mit Wahrscheinlichkeit in der Zukunft noch erbracht hätte. Berücksichtigt werden somit in erster Linie die Fertigkeiten des Hundes, die durch Prüfungen nachgewiesen sind, und das Alter, das für die Leistungsfähigkeit und die noch bestehende Lebenserwartung und damit verbundene Gebrauchsfähigkeit von Bedeutung ist.

1. Prüfungen

Im Zuchtbuch ihrer Rasse nicht eingetragene Hunde sind mit Ausnahme einer Brauchbarkeitsprüfung, (Jagdeignungsprüfung) , nicht in der Lage, ihr Leistungsniveau auf Prüfungen nachzuweisen.

Im Zuchtbuch ihrer Rasse eingetragene Teckel können auf einer Reihe von Prüfungen geführt werden, die nach den Prüfungsordnungen des Deutschen Teckelklubs (DTK) abgehalten werden. (Die Prüfungen des Vereins für Jagd-Teckel - VJT können und müssen hier unberücksichtigt bleiben.) Bei diesen Prüfungen werden sowohl die Anlagen wie auch die Leistungen eines Hundes geprüft, z. T. Fertigkeiten auf nur ganz bestimmten Gebieten. Daneben können diese Teckel auf einigen Prüfungen laufen, die nach den Prüfungsordnungen des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) abgehalten werden, den sogenannten Verbandsprüfungen.

Im einzelnen unterscheidet der DTK neben einigen rassespezifischen Leistungszeichen folgende Prüfungen:

a) Baueignungsprüfung: Unter diesem Namen wird am Kunstbau eine Ertüchtigungsübung mit lebenden Füchsen oder Dachsen abgehalten mit dem Zweck, die Eignung des Teckels für die Arbeit unter der Erde festzustellen. Sie dient tierschützerischen Belangen und läßt daneben züchterisch wichtige Schlüsse auf das Wesen des Hundes zu. Bei Bestehen der Übung wird das Leistungszeichen BhFK oder BhDK (Fuchs oder Dachs) erteilt.

b) Arbeit am Naturbau: Bei passenden Gelegenheiten kann der Teckel anlässlich der praktischen Jagdausübung sein Vermögen zur Bauarbeit im Naturbau zeigen. Bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen kann ihm für eine derartige Leistung das Leistungszeichen BhFN BhDN verliehen werden.

c) Spurtlautprüfung: Sie ist eine reine Anlagenprüfung, bei der der lockere Hals sowie der Spurwille und die Spursicherheit auf der Hasenspur geprüft werden. Bei Bestehen wird das Leistungszeichen Sp. erteilt.

d) Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte: Sie dient der Feststellung für die Nachsuche auf Schalenwild geeigneter Hunde. Sie erfolgt auf 1000 - 1200 m langen übernächtigen oder doppelt übernächtigen künstlichen Wundfährte. Es wird das Leistungszeichen SchwhK (SchwhK 40) vergeben.

e) Schweißprüfung auf natürlicher Wundfährte: Unter bestimmten Voraussetzungen kann die anläßlich der praktischen Jagdausübung gezeigte Arbeit auf einer natürlichen Rotfährte leistungsbewertet werden mit der Vergabe des Leistungszeichens SchwhN.

Stöberprüfung: Im Rahmen dieser Prüfung hat der spurlaute Teckel seine Eignung als Stöberhund beim praktischen Jagdbetrieb unter Berücksichtigung seiner Anlagen und des anerzogenen Gehorsams zu beweisen. Er kann das Leistungszeichen St. erringen.

g)

Auf der Vielseitigkeitsprüfung werden neben einigen „Abrichtefächern" die Fächer Schweißarbeit, Spurlaut und Stöbern geprüft, wobei die Anforderungen bei der Schweißarbeit geringer sind, als bei der Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte, die der Stöberprüfung ebenfalls. Es wird das Leistungszeichen Vp. vergeben. Im freiwilligen „Wassertest" hat der Teckel aus tiefem Wasser eine tote Ente ans Ufer zu holen.

j)

Mit Ausnahme der Bewertung seiner Baueignung (a) kann der Teckel die Prüfungen auch im Alter von weniger als 12 Monaten ablegen und erhält sodann zum Leistungszeichen den Zusatz „J".

An Verbandsprüfungen kommen für den Teckel in Betracht:

h) Verbandsschweißprüfung (VSwP): Zweck dieser Prüfung ist die Feststellung besonders für die Nachsuche auf Schalenwild geeigneter Hunde aller Rassen und Schläge und sie erfolgt auf mehr als 20 oder 40 Stunden alten und mehr als 1000 m langen künstlichen Wundfährten.

i) Prüfung am Raubwild: Diese ist nach dem Tierschutzgesetz vom 24. 11. 1933 und den geltenden Vorschriften untersagt und unterbleibt daher. Indessen kann die gelegentlich der praktischen Jagdausübung festgestellte Raubzeugschärfe unter bestimmten Voraussetzungen bewertet werden, sie wird u. U. vom Stammbuchführer des JGHV bescheinigt.

Die Verbandsprüfung nach dem Schuß (VPS) ist zwar theoretisch auch für Teckel offen, wird jedoch so gut wie nicht - weil unspezifisch - abgelegt.

Die auf den Prüfungen nachgewiesene Qualifikation ist nicht unbedingt identisch mit dem Leistungsniveau des Hundes in der den Prüfungen nachfolgenden Praxis. Der Hund kann besser sein, als auf der Prüfung nachgewiesen, sei es beispielsweise, daß er auf einer Prüfung ein „Formtief` hatte oder späterhin weitergehende Vollkommenheit erreichte. Andererseits können die Leistungen späterhin auch nicht mehr denen auf einer Prüfung entsprechen, etwa wenn der Hund von einem erfahrenen Abrichter geführt und an einen unerfahrenen Jäger verkauft worden ist, oder nach den Prüfungen nur noch sporadisch geführt wird und ihm das ihm Anerzogene und von ihm Gelernte fremd wird, oder er auch die erforderliche körperliche Kondition verliert.

Wie hoch der Gebrauchswert zu veranschlagen ist, hängt insbesondere davon ab, welche Prüfungen der Hund mit welchem Ergebnis abgelegt hat. Dabei sind vor allem die Leistungsprüfungen zu berücksichtigen und die gegebenenfalls nachgewiesene Härte im Bau oder am Raubwild, die wesentliche Rückschlüsse auf das Vermögen des Hundes zu zuläßt, krankes Wild zur Strecke zu bringen. Jeglicher Leistung geht eine mehr oder weniger umfangreiche Ausbildung voraus, wobei die Leistungen auf einem bestimmten Gebiet vielfach voraussetzen, daß der Hund zunächst auf anderen Gebieten firm ist. So entspricht beispielsweise das Vermögen des Hundes, der die VP bestanden hat, einer Schweißfährte zu folgen, nicht dem Können eines Jagdhundes, der erfolgreich auf Schweißprüfungen des DTK oder einer VSwP gelaufen ist.

Dennoch bedarf es bei entsprechender Veranlagung weniger Arbeit, einen VP-Hund auf eine Schweißprüfung oder VSwP vorzubereiten als einen völlig ungeübten Hund, denn der erstere bedarf nur noch der Vervollkommnung, letzterer einer Grund- und Gehorsamsabführung und der Einarbeitung auf der Fährte von Beginn an. Ähnlich verhält es sich bei den anderen Leistungsprüfungen untereinander.

Davon ausgehend kann ein Hund, der eine VP bestanden und eine Baueignungsbewertung erhalten hat, als derjenige bezeichnet werden, der bei sachgemäßer Führung den Anforderungen der Praxis als Teckel allgemein in allen Fächern gewachsen sein sollte und das Fundament bietet, auf dem auf weitere spezielle Leistungsprüfungen hin gearbeitet werden kann.

Eine Berechnung der „Produktionskosten" für einen Vorstehhund (mit VGP) ist von Tabel') und Seuster2) vorgenommen worden. Beide Autoren kommen 1973 bei einem etwa zweijährigen Hund auf eine Summe von etwa 3.500,00 DM, Seuster bei einem Teckel auf etwa 2.200,00 DM. Diese Beträge müssen für die Gegenwart der Marktsituation angeglichen, also erhöht werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die damals errechneten Produktionskosten in etwa auch dem Marktwert entsprachen, heute jedoch der Marktwert hinter diesen Kosten zurückgeblieben ist!3)

2. Alter

Bei der Festsetzung oder Schätzung des tatsächlichen Gebrauchswertes ist das Alter des Hundes zum Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses von Bedeutung.

Bei den „Produktionskosten" gehen Tabel') und Seuster Z) von einem „etwa zweijährigen" Hund aus, die errechneten Werte dürften auch noch bei einem etwa dreijährigen Hunde zugrunde zu legen sein. Dieser hat zwar zwischenzeitlich noch einige Unterhaltungskosten verursacht, die indessen zurücktreten. Insbesondere aber hat der zweijährige Hund erst eine Jagdsaison (Herbst/Winter) mitjagen können, während der dreijährige eine weitere Saison gejagt hat und nun aufgrund der praktischen Erfahrungen und der Bewährung in der Praxis als fertiger Hund bezeichnet werden kann. Von diesem Zeitpunkt ab sind für die nun erst nachfolgenden Jahre vom angenommenen Höchstgebrauchswert jeweils

Abschläge zu machen, deren Höhe sich nach der Lebenserwartung richtet und dem Umstande entsprechen, dass der Hund mit zunehmendem Alter auch weniger den ihm ursprünglich gestellten Anforderungen zu entsprechen in der Lage ist. Im Einzelfall ist zu berücksichtigen, dass es Rassen, Schläge und Individuen gibt, die besonders schnell oder langsam altern, dass ein Hund auf einem Spezialgebiet länger leistungsfähig sein kann als im Feld, Wasser und Wald allgemein und dass auch eine besonders bevorzugte und ausgeübte Jagd (etwa die Wasserjagd) einen Hund vorzeitig verschleißen kann. Ungeachtet dieser Besonderheiten des Einzelfalles kann davon ausgegangen weiden, dass wegen der geringer werdenden Lebens- und Gebrauchserwartung der gesunde Hund bis zum 8. Lebensjahr etwa die Hälfte seines Wertes verliert, im 9. und 10. Jahre etwas größere Abzüge zu machen sind pro Jahr als vorher und der Hund schließlich mit 12 Jahren keinen Gebrauchswert mehr hat. Die etwas größeren Abzüge im 9. und 10. Jahre finden ihre Begründung in dem in diesem Lebensabschnitt besonders augenfälligen Nachlassen der Kondition, danach ist der Hund nur noch sehr bedingt einsatzfähig.')

Überdies sind von Einfluss die mit zunehmendem Alter immer größer werdenden Schwierigkeiten bei der Umstellung auf einen neuen Führer, wenn der Hund verkauft wird. Sie sind begründet in der psychischen Einstellung des Hundes zu seinem „Herrn" und dessen typischen Persönlichkeitsmerkmalen, die für den Hund diese Person prägen.

B. Zuchtwert

Der vom Gebrauchswert zu unterscheidende und gegebenenfalls zu diesem tretende merkantile Zuchtwert hängt grundsätzlich davon ab, ob der Hund nachweisbar gut vererbt hat (wobei für den Einsatz als Zuchttier die einfache Feststellung der „Zuchttauglichkeit" selbstverständlich Voraussetzung ist) und wie alt er wiederum ist.

 

Nach den Zuchtordnungen der verschiedenen Zuchtvereine- und Verbände dürfen Rüden und Hündinnen in der Regel nur bis zu bestimmten Altersgrenzen zur Zucht verwandt werden, auch diese Bestimmungen beeinflussen den Zuchtwert.

Es darf allerdings in diesem Zusammenhang nicht der Zuchtwert im Sinne wertvollen Erbgutes verstanden werden, sondern der im Marktwert (Verkehrswert, merkantiler Wert) neben dem Gebrauchswert sich niederschlagende Zuchtwert ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Wert, den das Zuchttier für den Züchter noch hat und gehabt hätte (Ertragswert). Es ist also fiktiv zu berechnen, was für „Nettoeinkünfte" die „Nutzung" des Hundes noch erbracht hätte, wenn ein Ersatztier nicht an die Stelle des getöteten treten kann.

Eines weiteren Eingehens auf diese Problematik bedarf es im vorliegenden Fall nicht (s. III B).

 

 

 

 

 

II. Bewertungsgrundlagen

A. Gebrauchswert

Unterlagen, nach denen entsprechend der unter 1. entwickelten Maßstäbe der Gebrauchswert des getöteten Hundes bemessen werden kann, sind vom Geschädigten vorgelegt:

a) eine Kopie der Ahnentafel des getöteten „Dasty ........ "- Zb.-Nr.......... R - des DTK,

b) Eintragung über die Schussfestigkeitsprüfung der Gruppe „Soltau" im DTK  (lt. Stempel auf Ahnentafel),

c) Kopie der Urkunde des DTK über die  bestandene Spurlautprüfung, mit 59 Punkten (III. Preis), es wurde das Leistungszeichen „Sp" verliehen,

c) Kopie des Bewertungsblattes über den bestandenen Wassertest.

d) Kopie der Urkunde des DTK über die  bestandene Schweißprüfung mit 57 Punkten (III. Preis), es wurde das Leistungszeichen „SchwhK" verliehen.

e) Eine Erklärung des Geschädigten vom 24. 6. 2006, in welcher er ausführt:" Ich habe diesen Teckel nur als Bauhund eingesetzt, er hat ca. 120 Füchse gesprengt oder sind durch Ausgraben zur Strecke gekommen. Da dieser Teckel mit fast 9 Jahren Jagdjahren über soviel Erfahrung verfügte und auch der Führer für meine zweiten Teckel war, denke ich das der Verlust sowieso nicht mit Geld zu bewerten ist."

C. Zuchtwert

Der Rüde ist nach den vorliegenden Unterlagen auf keiner Zuchtschau vorgestellt.

 

 

III. Bemessung des Wertes A. Gebrauchswert

Bei der Bemessung des Gebrauchswertes ist davon auszugehen, dass der getötete Hund jagdlich ausgebildet und auch eingesetzt wurde.

Das Attest der Schussfestigkeit sagt noch nichts über jagdliche Fähigkeiten aus, lediglich dass eine für die Jagd wesentliche Unempfindlichkeit besteht, zur jagdlichen Brauchbarkeit müssen weitere Eigenschaften und Verhaltensweisen treten. Die nachgewiesene Schussfestigkeit ist grundsätzlich Voraussetzung für die Teilnahme an Prüfungen des DTK. Eine wesentliche Eigenschaft ist der Spurlaut, der in der Regel auch mit Fährtenlaut gekoppelt ist, eine unabdingbare Eigenschaft für das Stöbern, für die Nachsuche ebenfalls.

A Die Spurlautprüfung hat der Hund im Alter von etwa 9 1/2  Monaten abgelegt und in den Anlagefächern entsprechend der Punktzahl (Nase, Spurlaut, Spurwille, Spursicherheit) die Bewertung gut, gut, genügend, genügend erhalten - ein nicht besonders gutes Attest für seine spätere „Berufsausübung" als Teckel.

Beim Wassertest hat der Rüde für die Wasserfreudigkeit eine „sehr gute" Bewertung erhalten, fürs Bringen aus dem Wasser lediglich genügend , was nicht ins Gewicht fällt, da das Apportieren nicht zum Berufsbild eines Teckels gehört. Schließlich hat der Rüde eine Schweißprüfung des DTK bestanden. Diese Prüfung wurde auf einer Übernachtfährte absolviert, also nicht, wie der Geschädigte ...... im Schreiben vom 24. 5. 2006 vorgetragen hat, auf einer 40-Stunden-Fährte (das wäre möglich auf einer Schweißprüfung des DTK oder VSwP nach Bestehen der 20-Stunden-Fährte!). Die Benotungen auf jener Prüfung attestieren dem Hund auch „nur" genügende Leistungen bei der Arbeitsweise, der Fährtensicherheit und gute beim Fährten-/Finderwillen.

Als Hund bei Nachsuchen ist der getötete Rüde offenbar auch nicht oder kaum eingesetzt worden, seine Domäne lag nach dem unterstellten Vortrag des Geschädigten auf dem Gebiet der Bauarbeit. Allerdings hat er hier nie ein Leistungszeichen erworben, was bei den behaupteten Qualitäten des Hundes nahegelegen hätte. Der Hund hat damit in Niedersachsen nicht die gesetzliche Anerkennung als Baujagdhund gehabt (AB 4.3. zu § 4 NJagdG).

Insgesamt ergibt sich das Bild eines Hundes, der von seinem Führer zu Beginn der Ausbildung bei den Prüfungen und Tests vorgestellt wurde, die üblicherweise am Anfang einer „Teckelkarriere" stehen, Leistungsprüfungen hat der Hund mit Ausnahme der Schweißprüfung dann allerdings nicht mehr abgelegt. Der Führer hat den Hund sodann offensichtlich dem Schwergewicht seiner Veranlagung entsprechend „unter der Erde" eingesetzt mit den geschilderten guten Erfolgen.

Unter Berücksichtigung des Alters von fast 11 Jahren ergibt sich ein Gebrauchswert von etwa

400,00 EUR,

wobei berücksichtigt ist, dass die Lebenserwartung und damit die Einsatzmöglichkeiten hinausgeschoben werden können.

B. Zuchtwert

Zum Einsatz des Hundes als Deckrüde ist nichts vorgetragen. Er hat keinen Nachweis einer Zuchttauglichkeit erbracht, so dass ein Zuchtwert mithin außer Betracht bleiben muss.

 

IV. Ergebnis

Zum Zeitpunkt des Todes des Rüden „Dasty ....." - Zb.-Nr. ................ -, ist dessen Marktwert bei etwa

400,00 EUR

anzusiedeln.

In dieser Höhe besteht ein Schadensersatzanspruch.

Ich versichere, das vorstehende Gutachten unparteiisch nach bestem Wissen und Gewissen erstattet zu haben.

 

 

 

Anmerkungen:

1) Dr. Carl Tabel, „Die Gestehungskosten eines fertigen, vielseitigen Jagdgebrauchsundes „ in „Der Jagdgebrauchshund,,, 1973, S. 211.

2) Prof. Dr. Horst Seuster, Justus-Liebig-Universität Gießen, „Kosten der. Haltung, Ausbildung und Welpenerzeugung bei Jagdhunden„ in „Deutsch-Drahthaar-Blätter„ 1973,S.92.

In einer auf das Jahr 1982 bezogenen Betrachtung über die „Kosten der Hundehaltung„ kommt Seuster (in „Der Jagdgebrauchshund„ 1982, S. 52 ff.) zu Kosten, die erheblich im Vergleich zu denen des Jahres 1973 gestiegen sind. Das ist jedoch aus der allgemeinen Kostensteigerung bekannt, mit der allerdings die Steigerung der für Hunde gezahlten Preise nicht Schritt gehalten hat.

3) Vgl. Tabelle für Vorstehhunde in „Der Jagdgebrauchshund„ Nr. 1/1982, S. 1 für das Jahr 1981; zu den fortgeschriebenen Werten vgl. „Der Jagdgebrauchshund,,, Nr. 2/2002, S. 9 ff.. Die Werte werden jeweils fortgeschrieben nach Erhebungen und Erfahrungen anlässlich der alljährlichen Sachverständigenseminare, letztmals im Herbst 2005.

In der Rechtsprechung war ein Affektikonsinteresse bei der Erstattung der Behandlungskosten bei Schädigung eines Hundes anerkannt.

Durch das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im Bürgerlichen Recht ist ab 1. 9. 1990 diese Rechtsprechung neben anderen Gesetzesänderungen kodifiziert.

Vgl. auch B. Schindler, Dissertation über „Wert- und Bewertungsprobleme bei Jagdhunden„Heft Nr. 1 der Schriftenreihe des Arbeitskreises Wildbiologie und Jagdwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, 2. Auflage (Nachdruck), Göttingen 1998 (Bd. 4 der Schriftenreihe Jagd der Gothaer Versicherungen), S. 116 . Schindler befaßt sich mit den verschiedenen Aspekten der Wertermittlung. Dabei weist Schindler darauf hin, daß nicht allein die Produktionskosten wertbestimmend sind, sondern diese - eine Sonderheit bei Taxationen - von den Wertvorstellungen der Interessenten beeinflußt und begrenzt werden. Diese die Kosten beeinflussenden Vorstellungen sind jedoch auch bei Tabel und Seuster berücksichtigt.

U. U., wenn der zu bewertende Hund sehr aus dem Rahmen des durchschnittlichen fällt, sind Ertragswertberechnungen vorzunehmen, wobei jedoch das Ergebnis wieder in das bestehende Marktpreisgefüge einzupassen ist. (Schindler S. 160, 176).

Vgl. zur Ergänzung die Besprechungen der Dissertation und beispielhafte Berechnungen z. B. in „Wild und Hund„ Nr. 23/77, S. 1077 ff. und Nr. 25/77, S. 1171 ff. sowie in „Der Jagdgebrauchshund„ Nr. 2/77, S. 233 ff..

Die Rechtssprechung läßt nur die Ermittlung des Gebrauchswertes über den Marktwert zu. Unzulässig ist die so oft geübte Methode, den Gebrauchswert über die in den Hund investierten Aufwendungen für Ankauf und etwa Aufzucht zu ermitteln (s. etwa OLG Celle, Urteil vom 25. 5. 1994 - 20 U 2/94 -).

4) In einem Referat „Was kann man für einen erschossenen Jagdhund fordem, gehalten auf der Geschäftsführertagung des Deutschen Jagdschutz-Verbandes 1984 vom Abteilungsleiter Curtze eines großen Versicherers (vgl. DJV-Nachrichten Nr. 5/1984, S. 13 f.) geht der Referent davon aus, daß erst ab dem 7. Lebensjahr Abzüge zu machen sind von zunächst zweimal je 10 % und alsdann von jährlich 15 %. Diese Berechnungsmethode ist nach den Beobachtungen und Erfahrungen des Unterzeichneten weniger realistisch als die von diesem gewählte und gibt keine Veranlassung zur Korrektur. Für 4, 5 Jahre alte oder noch ältere Hunde werden nicht die Preise auf dem Markt erzielt, wie für einen dreijährigen.

Das gleiche gilt für die Bemerkungen Hanfried Uhls „Was kostet eigentlich ein Jagdhund„(„Wild und Hund„ Nr. 7/1987), der mit einer „Abschreibung„ ebenfalls erst vom siebten Lebensjahre an beginnen will, wobei er sich bewusst ist, von der gängigen Praxis abzuweichen. Entgegen der Ansicht Uhls ist - wie schon betont - von besonderer Bedeutung die Lebenserwartung und damit die tatsächliche Möglichkeit, den Hund zu nutzen, was den früheren Beginn der „Abschreibung„ bedingt. Uhl kommt im übrigen auch zu einem „Nullwert„ im zwölften Lebensjahr und zu ähnlichen Werten, wie vorliegend zugrunde gelegt.