Was bringt die Fuchsbejagung ?
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Wer sich intensiv mit dem Thema
beschäftigt, macht die recht überraschende Entdeckung,
dass eine wissenschaftliche klare Aussage
nicht zu finden ist.
Die meisten statistischen Daten werden
von der Wildtiererfassung erhoben.
Sie hat in ihrer langen Erhebungszeit noch
keine Aussage dazu gemacht.
Das größte Zahlenmaterial hat
die Sovon - Studie zusammengefasst.
Sie
wird auf der Seite der Jägerschaft Aurich
vorgestellt.
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Eine Untersuchung zur
Reproduktionsleistung von Fuchsfähen in Niedersachsen ergab
durch das
Auszählen so genannter Plazentanarben in den Gebärmüttern
von fast 1000 Altfähen,
dass es keine Unterschiede in der Reproduktionsleistung
in verschiedenen Biotopen
mit unterschiedlichen Besatzzahlen der Füchse gab.
Eine höhere Zahl an Welpen je Geheck bei
niedriger Fuchsdichte war nicht erkennbar. |
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An der Forschungsstelle der
Universität Kiel wurde folgendes Experiment durchgeführt:
Der Eier-Test Versuch macht klug
Bei dem Versuch von Bohlken und
Heidemann wurden von Mai bis September in 5 Perioden insgesamt 180 Nester an
3 Standorten ausgebracht. Der erste Versuchsort war dominiert von Weizen und
Raps, der zweite durch Hafer, die dritte Versuchsfläche lag im Grünland.
Zu gleichen Teilen wurden Gelege von
Feldlerchen (Zwergwachteleier), Rebhühnern (Wachteleier) und Fasanen
ausgelegt. Die Lerchennester mit Zwergwachteleiern blieben 12 Tage im Feld,
während die simulierten Fasanen- und Rebhuhngelege je 24 Tage verblieben.
Insgesamt wurden 118 Gelege zerstört:
15 durch landwirtschaftliche Maschinen im Grünland, 2 durch Damwild
(Trittschaden), 102 Nester fielen Beutegreifern zum Opfer. 28 wurden durch
Schwarzwild zerstört. 18 Gelege durch Rabenkrähen und 9 Nester wurden
Füchsen angelastet. Insgesamt 34 Gelege gingen auf das Konto des Dachses!
Während er nur ein imitiertes Lerchennest erbeutete, räumte er 15 Rebhuhn-
und 17 Fasanengelege aus. |
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Niedersächsischer Jäger Januar 2009
Die Hasendichten in Niedersachsen
schwanken zur Zeit auf 100 ha zwischen 19 und 48 Stück.
In Polen auf der gleichen Fläche
zwischen 4 und 10 Stück.
Die Fuchsdichten liegen in Niedersachsen
zwischen 0-0,5 Stück pro 100 ha, in Polen zwischen 0-3,5 Stück je 100 ha. |
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Mark Bolten, Glen Tyler, Ken
Smith und Roy Bamford haben in einem Überkreuzversuch über 8 Jahre versucht,
den Einfluss
von Fuchs und Rabenkrähe auf
den Bruterfolg von Kiebitz zu erforschen.
Das Ergebnis: 88% der
Gelegeverluste erfolgen nachts.
In Gebieten mit hoher
Fuchsdichte stieg nach intensiver Bejagung die Zahl der kükenführenden Paare
auf das doppelte.
Über das gesamte Gebiet
erfolgte durch die Bejagung kein Effekt.
Eine Reduzierung des
Krähenbrutbestandes um 56% führte nicht zu einer Verminderung der
Krähenanzahl im Revier,
da sich durch Einwanderer
die Zahl sofort wieder erhöhte.
2004 untersucht Dr.
Hoffmann auf Eiderstedt den Zusammenhang Wiesenbrüter und Prädation.
Auch hier starke
Gelegeverluste nachts, die Küken werden später eher Opfer von Beutegreifern
aus der Luft.
Die Ente ist nicht zu sehen. |
Nur kurz nach dem Einflug. |
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Das Hermelin war da.
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Hier versuchte er die Eier
runter zu ziehen.
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Zwischen 1999 und 2004 werden
in Nordhessen bei 4404 Füchsen die Mageninhalte untersucht.
Joachim Brömel stellt
nur in sehr geringen Mengen Hase oder Wildvögel als Mageninhalt fest.
Ein hoher Anteil von
Schwarzwild und Rehwild lässt den Schluss zu, dass oft Fallwild gefressen
wurde.
Die Untersuchung hatte
jedoch zwei Nachteile. Der Bestand an Hasen ist in dem Gebiet gering.
In den Monaten April,
Mai wurden kaum Füchse untersucht.
Wenn, dann dürfte das
jedoch der größte Zeitpunkt für Schäden an Jungwild sein.
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50%
der Kitze wurden vom Fuchs gerissen
In
Norwegen wurden 44 Rehkitze mit Sendern markiert.
Nach 60 Tagen waren 21 zur Beute von Füchsen geworden.
Davon 4 weibliche und 17 männliche Kitze.
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Weitere Untersuchungen kamen zu
folgendem Ergebnis:
Für Füchse muss die
Insel Jöa deshalb
in den Sommermonaten
ein kulinarisches
Paradies sein. Die Insel liegt an der
Westküste Norwegens und entspricht
einem annähernd idealen Rehwildlebensraum:
Der Flickenteppich aus Feldern,
Viehweiden, Hecken und
Waldstücken
bietet bei mildem Klima Äsung im Überfluss.
Doch geht in diesem Rehhimmel der
Meister Reineke als roter Teufel um.
Norwegische und schwedische Wildforscher haben dort das Schicksal von
Rehen von der Geburt bis zum Ende des
ersten Lebensjahres verfolgt. Die Kitze wurden
für die ersten zwei Lebenswochen mit einem
zarten, elastischen Halsband mit einem
winzigen Sender markiert, das später gegen ein größeres, dehnbares Halsband
mit einem etwas größeren Sender
ausgetauscht wurde. So verfolgten die Forscher in Norwegen innerhalb von 18
Jahren (1986 bis 2004) das
Schicksal von 836 Kitzen und
konnten gegebenenfalls auch die
Todesursache feststellen.
Dabei wurden alle Kitze von Füchsen
erbeutet!
Andere Todesursachen wurden nicht
festgestellt. Eine Mosaiklandschaft aus Feld
und Wald ist eben auch für Füchse attraktiv.
Vor allem, wenn dort leichte und
ergiebige Beute zu machen ist. Denn die
Art und Weise, wie Kitze
Feindvermeidung betreiben
-
bewegungslos eingerollt,
weitgehend ohne Eigenwitterung und in ihrer
Fleckendecke gut getarnt,
wird als Überlebensstrategie dann zum
Bumerang, wenn viele Kitze im
selben Gebiet dasselbe tun. Denn
dann lohnt es für den Jäger,
sich auf diese leichte, ergiebige
Beute vorübergehend zu spezialisieren.
Auch in anderen guten
Rehwildlebensräumen
mit hohen Dichten fanden die Forscher
heraus, dass die meisten Kitze, die den
Sommer nicht überleben, von
Füchsen erbeutet werden.
In einem anderen
Untersuchungsgebiet
in Norwegen kamen 42 Prozent der markierten Kitze nicht durch den Sommer.
64 Prozent davon wurden von Füchsen
erbeutet. In einem sehr guten Rehwildhabitat in Schweden überlebte die
Hälfte der 354 markierten Kitze
die ersten zwei Monate nicht. 85
Prozent davon -
insgesamt also 150 Kitze
- gingen auf das
Konto der Füchse. Entsprechend ändern
sich in diesen guten
Rehwildbiotopen die
Überlebensraten der Kitze, wenn die
Fuchsdichten variieren.
Rehkitze in großer Zahl
verwandeln
ein Fuchsrevier
allerdings nur für einige
wenige Wochen in ein
Schlaraffenland.
Füchse machen sich
kurzfristig sehr gute
Nahrungsquellen länger
nutzbar, indem sie Verstecke für ihre Beute anlegen. So
vergraben die
skandinavischen Rotröcke
zunächst mehr oder
minder viele der erbeuteten
Rehkitze.
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Ein Bericht über Küstenvogelschutz in Mecklenburg- Vorpommern
Die Bestände zahlreicher Arten der Küstenvögel zeigen in den
vergangenen Jahren einen deutlich rückläufigen
Trend. Grund dafür ist in erster Linie der hohe
Raubwilddruck.
Inzwischen ist die Tollwut aus
Deutschland verbannt und hohe Fuchsdichten sind nahezu überall Realität.
Als neue Prädatoren haben sich
Mink, Marderhund und Waschbär ausgebreitet.
Dies hat zur Folge, dass in
zahlreichen Brutgebieten kaum noch Gelege zum Schlupf kommen.
Doch ohne Bruterfolg gehen schon
nach wenigen Jahren auch die Brutpaarzahlen zurück.
Nur auf den Inseln, die durch
konsequente Bejagung raubwildfrei gehalten werden können, sind die Bestände
zahlreicher
Küstenvogelarten noch stabil.
Angesichts der Erkenntnis, dass
die Anwesenheit von Raubsäugern in den Brutgebieten gegenwärtig das größte
Problem für den
Küstenvogelschutz darstellt, hat
die AG Küstenvogelschutz im März 2006 eine
„Strategie eines Raubsäugermanagements in den
Küstenvogelschutzgebieten von Mecklenburg-Vorpommern“
erarbeitet und beschlossen.
Zur Umsetzung der Strategie des Raubsäugermanagements wurde innerhalb der AG
Küstenvogelschutz eine „Arbeitsgruppe
Raubsäugermanagement“ gegründet, der eine Reihe von
erfahrenen und engagierten Jägern angehören.
Diese Arbeitsgruppe hat für jedes Zielgebiet eine
Besatzsituation der Räuber und ein Bejagungskonzept entwickelt.
Die Bejagungsmethoden sind den jeweiligen örtlichen
Gegebenheiten und den Raubwildvorkommen angepasst.
Auf größeren Inseln werden im zeitigen Frühjahr, vor Beginn
der Brutsaison, gemeinsam mit Ornithologen
Jagden in der Treiberwehr organisiert.
Dabei werden auch alle Baue mit Bauhunden auf bereits
gewölfte Jungfüchse kontrolliert und diese entnommen, so dass nach
einem solchen Jagdtag die Insel für die
folgende Brutsaison raubsäugerfrei ist.

Wo Steinmarder,
Mink, Iltis und Wanderratten die Küstenvögel bedrohen, kommen
fischottersichere Beton-Marderfangkästen
mit 120er BMI Magnum Conibear-Eisen zum
Einsatz.
Der Zugang zu Halbinseln wird durch Zäune abgesperrt, in
denen große Durchlauf-Drahtkastenfallen eingebaut sind.
In einigen Fällen ist auch die Abwehr von Füchsen während der
Brutsaison durch Elektrozäune erfolgreich.
Die Ausstattung aller geeigneten Gebiete mit Kunstbauen und
Fallen wurde durch die „Stiftung Wald und Wild“ in Mecklenburg-
Vorpommern finanziell großzügig unterstützt.
Durch den Schulterschluss zwischen Vogelfreunden und
Jägerschaft wird dem Raubwild gemeinsam nachgestellt.
Intensive Bodenjagd ist ein wesentliches Element des
„Raubsäugermanagements“.
Die Anstrengungen lohnen sich.
Während auf den Salzwiesen entlang der Boddenküsten die Zahl der Brutvögel
abnimmt, herrscht auf
den raubsäugerfreien Inseln ein
reiches Vogelleben. Die Brutpaarzahlen von Arten wie Küstenseeschwalbe
und Uferschnepfe, die in den
1990er Jahren stark rückläufig waren, haben sich in jüngerer Zeit
stabilisiert.
Besonders deutlich sind die
Erfolge des Raubsäugermanagements auf dem Riether
Werder, einer 82 Hektar
großen Insel direkt an der
polnischen Grenze im Oderhaff.
Noch vor wenigen Jahren war die
Insel nahezu verwaist. Fuchsfähen zogen ihre Jungen auf und auch Sauen
gelangten in der Brutzeit
schwimmend auf die Insel.
Lachmöwen und Seeschwalben hatten
die Insel verlassen. Nur noch wenige Kiebitze und Rotschenkel, mitunter auch
einzelne
Uferschnepfen, unternahmen
erfolglose Brutversuche.
Das änderte sich ab dem Jahr 2002,
als der die Insel betreuende Naturschutzverein einen erfahrenen
Raubwildjäger, welcher auch über
eigene Bauhunde verfügt, für die jagdliche
Betreuung
der Insel gewinnen konnte. Seitdem haben die Bestände der
Küstenvögel stetig zugenommen.
Kiebitz und Rotschenkel sind wieder mit 15 bis 20 Brutpaaren
vertreten.
Die Uferschnepfe, deren Besatz in Mecklenburg-Vorpommern
insgesamt nur noch 40 bis 50 Brutpaare beträgt, ist auf dem
Riether Werder gegenwärtig mit acht Brutpaaren anzutreffen.
Auch die Enten haben in den vergangenen Jahren zugenommen.
Die Lachmöwen sind auf die Insel zurückgekehrt.
2008 unternahm sogar ein Paar Flussseeschwalben einen ersten
Brutversuch.
Wer heute zur Brutzeit den Riether
Werder betritt, fühlt sich an längst vergangene Zeiten, als brütende
Küstenvögel die Salzwiesen
und Inseln allgegenwärtig prägten, erinnert. Die Luft ist
erfüllt von den Rufen warnender Rotschenkel, Uferschnepfen und
Kiebitze sowie dem Schreien der Lachmöwen über ihrer Kolonie.
Damit das auch in Zukunft auf unseren Vogelinseln so bleibt,
ist eine enge und verständnisvolle Zusammenarbeit von Naturschutz
und Jagd unerlässlich.
Unter praktizierenden Ornithologen ist bekannt, dass ein
Fuchs auf einer Vogelinsel zur Brutzeit zu
einem Totalverlust am Bruterfolg führt.
Kein Wiesenbrüterprojekt in Deutschland wird in Zukunft
noch ohne intensivste Raubwildbejagung
auskommen. Nur wenn der Naturschutz Jäger „findet“, die
bereit sind, entsprechende Raubwildjagd
zu betreiben, werden Arten wie Brachvogel, Uferschnepfe,
Kiebitz und Rebhuhn in zehn Jahren noch
vorhanden sein.
Wenn man Ornithologie nur mit dem Fernglas in der Hand
betreibt und den Jägern bei jeder Gelegenheit ans Bein pinkelt,
werden wir uns zukünftig von einigen Arten verabschieden.
Ich glaube, dass unsere Arbeit innerhalb der
Arbeitsgemeinschaft Küstenvogelschutz Mecklenburg- Vorpommern zeigt, wie
ein erfolgreiches Miteinander von Jagd und Naturschutz
funktionieren kann.
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Anfang 2009 ist Frank
zum ersten Mal im
Großtrappenschutzgebiet Fiener Bruch. Sie erlegen 14
Füchse.
Bis zum November sollen
dann 10
Kunstbauten eingebaut werden.
Frank
schreibt Juni 2009
Hallo Claas in
unserem Landkreis sind die Raubwildbestände durch Staupe extrem, wie ich es
eigentlich nicht erwartet hätte , zurückgegangen.
Dafür haben wir dieses Jahr 8-10 Brachvögel flügge bekommen.
Es nicht
bekannt das in den letzten 30 Jahren ein anderes Gebiet in MV eine solche
Anzahl aufgezogen hat. |
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Insgesamt nahmen an der Baujagd 22 Bauhundführer und 70 Jäger teil.
Am
ersten Tag wurden in einem Hasenreferenzgebiet 28 Füchse erlegt
und am nächsten Tag dann im Fiener Bruch 14 Füchse.
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Wir sind im Gebiet Nationalpark Wattenmeer bei
Orkanstärke 11 - 12 unterwegs,
die Flinte ist kaum gerade zu halten.
Herr Heinze vom Umweltministerium in
Niedersachsen
schreibt über das Wiesenvogelschutzgebiet
Stollhammer Wisch für das Vorgehen in 2007:
Mittel des Naturschutz können nur dann verantwortet werden,
wenn die
Pflegemaßnahmen durch eine gezielte intensive jagdliche Hege flankiert wird.
Die Prädation war auch in 2006 eindeutig die Hauptursache der Verluste an
Gelegen und Küken.
Künstliche Fuchsbauten werden gefördert. So ist es auch im Nationalpark.
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Rebhuhnschutzprojekt im Landkreis
Göttingen
In der wissenschaftlichen Literatur
wird zunehmend von einem „Kollaps“ gesprochen, den die Populationen der
Vögel in der Agrarlandschaft erleiden. In der Schweiz ist die Art bereits
ausgestorben, bis auf wenige Exemplare, die überwiegend aus Aussetzungen
stammen, ebenso in Norwegen und Irland. Niedersachsen hat wohl mehr als 95 %
seines vormaligen Bestandes verloren und führt das Rebhuhn in der Roten
Liste als „gefährdet“, auf der bundesweiten Roten Liste als „stark
gefährdet“. Das Projekt
wird organisiert und wissenschaftlich begleitet von der Biologischen
Schutzgemeinschaft Göttingen e. V. und der Universität Göttingen (Zentrum
für Naturschutz).
In Göttingen wurde
versucht, den Trend durch eine neue Agrarumweltmaßnahme „rebhuhngerechte
Blühstreifen“ umzukehren.
Der Anfang war viel
versprechend. Göttingen hatte 2009 um die 280 Brutpaare Rebhühner, 2006
waren es noch 170 Brutpaare.
Gelungen
ist das durch die Anlage von 500 ha Blühstreifen, verteilt auf über 1000
Einzelflächen im Landkreis Göttingen.
Von
allen Prädatoren verursacht der Fuchs die größten Verluste!
Es ist nachgewiesen, dass
Prädation die Überlebensrate, den Bruterfolg und letztlich die
Rebhuhndichten beeinflusst. Untersuchungen an Bodenbrütenden Vögeln zeigen,
dass fast alle Nestverluste nachts stattfinden, also den nachtaktiven
Säugetieren (vor allem dem Fuchs) zuzuschreiben sind. Verluste durch
Greifvögel können lokal eine wichtige Rolle spielen. In der Regel fallen
aber die Verluste durch Greifvögel erheblich niedriger aus als die durch
Füchse.
Die Prädationsraten hängen
eng mit der Qualität der Lebensräume zusammen. Je weniger potenzielle
Neststandorte, bei Rebhühnern sind dies vorwiegend Brachen und ähnliche
Vegetationstypen, vorhanden sind, desto leichter ist es auch für
Beutegreifer, zur Brutzeit ein Nest zu finden. Ähnlich verhält es sich zu
anderen Jahreszeiten. Im Winter halten sich Rebhühner tagsüber gerne in der
Deckung von Hecken auf. Gibt es diese kaum, ist es für Prädatoren leicht,
den Aufenthaltsort zu lokalisieren. In einer strukturarmen Umgebung können
Prädationsraten höher sein. In einer geeigneten Umgebung können
Rebhuhnpopulationen mit Prädation leben.
In
Göttingen wurden 27 Rebhühner im Mai besendert,
nach 4
Wochen waren schon 12 von der Prädation betroffen. |
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Klassisch zur Frage der
Räuber-Beute-Beziehungen sind sogenannte "removal experiments". Auf einer
von zwei nach Umweltfaktoren möglichst vergleichbaren Flächen wird versucht,
den Prädationsdruck so weit wie möglich auszuschließen.
Die zweite Fläche ohne Räuberkontrolle oder Räuberausschluß dient zum
Vergleich als Nullfäche. GUTHÖRL
und KALCHREUTER
(1995) zitieren derartige Ausschlussexperimente, so etwa SPITTLERs
(1976) zehnjährigen Freilandversuch im 3000 ha großen Versuchsrevier im Raum
Euskirchen, Nordrhein-Westfalen. Das Revier ist hinsichtlich Klima und Boden
für den Hasen optimal geeignet. Durch intensive Bejagung des Raubwildes
konnte die Hasenstrecke um 400% gesteigert werden. Zu Beginn der
Versuchszeit wurden auf 100 ha 12 Hasen erlegt, am Ende der Versuchszeit 48.
Über den Versuch von KINNEAR
(1989) in Westaustralien schreiben GUTHÖRL und KALCHREUTER
(1995), dass in zwei von fünf isolierten Populationen des Felsen-Känguruhs
von 1982 an der dort eingeführte Rotfuchs über vier Jahre hinweg
dezimiert wurde. In den zwei Gebieten mit Prädationskontrolle wuchs die
Känguruhpopulation wie in einer anderen, nicht betreuten Fläche an, jedoch
nicht nur um 29%, sondern um 138% und 223%. In den zwei anderen der fünf
Gebiete ohne Räuberkontrolle sank die Kanguruhpopulation weiter, um 14% und
85%. |
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Erstaunlich hohe Besatzdichten erreicht der
Hase bei fehlendem Prädationsdruck. So konnten ABILDGARD bereits
1972 nach einer Langzeitstudie auf der räuberfreien Insel Illumø, Dänemark,
im Zeitraum von 1957 bis 1970 Herbstdichten zwischen 90 (1957) und 339
(1961) Hasen pro 100 ha durch mehrfaches Zählen innerhalb eines Jahres
ermitteln. In dem 22 ha großen fuchsfreien Gatter Heideck im Raum Erlangen
bei Nürnberg, Bayern, fanden GUTHÖRL und KALCHREUTER (1995) sogar eine
Spitzenherbstdichte von 690 Hasen pro 100 ha für das Jahr 1984 . Sie
berichten desweiteren von der rund 600 ha großen Jagdfläche auf der
Nordseeinsel Föhr. Dort kommen außer verwilderter Hauskatze und Hermelin nur
noch der Igel vor, andere Prädatoren fehlen, auch Mäusebussard und Habicht
brüten dort nicht. Nach Angaben der auf der Insel Föhr ansässigen Familie
JACOBS, die seit 1935 eine Streckenstatistik führt, sind die jährlichen,
witterungsbedingten Streckenschwankungen auf Föhr wesentlich ausgeprägter
als auf dem Festland . Die relative Höhe der Jagdstrecke liegt auf Föhr um
etwa das fünffache höher als auf dem Festland in Schleswig-Holstein.
Ähnliche Verhältnisse, wenn auch nicht immer unter völlig räuber- oder
fuchsfreien Bedingungen, fand man auf den Inseln Sylt, Langeoog, und Juist,
aber auch in Schweden. |
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Die gründlichste Untersuchung zu
diesem Thema ist wohl das Räuberausschlußexperiment der englischen
Wildforschungs- und Wildschutzorganisation "The Game Conservancy" von 1984
bis 1990 in Südengland. Zwei 500 ha große und 6 km weit voneinander
entfernte Untersuchungflächen, Collingbourne und Milston, wurden miteinander
vor allem hinsichtlich der Populationsentwicklung von Rebhuhn und Feldhase
miteinander verglichen. Auf der Fläche Collingbourne wurde eigens für die
Prädatorenkontrolle ein Berufsjäger eingesetzt, der während der Aufzuchtzeit
im Frühjahr und Frühsommer Krähen, Elstern, Füchsen, Illtissen und Ratten
nachstellte. Die Fläche Milston diente als Nullfläche. Nach drei Jahren
wuchs die Hasendichte im Gebiet Collingbourne um das dreifache an, die Hasen
in Milton blieben etwa so häufig wie zu Versuchsbeginn. In den folgenden
drei Jahren von 1988 bis 1990 kehrten TAPPER die Versuchsanordnung um, im
Revier Milton wurden nun Beutegreifer stark bejagt, das Revier Collingbourne
wurde dagegen sich selbst überlassen. Auch in diesem Fall stieg die
Hasendichte in jedem Sommer nach Prädationskontrolle in Milton an,
wenngleich nicht so ausgeprägt wie die Dichte der Rebhuhnpaare. |
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Niederwildprojekt in Rheinland - Pfalz
Wichtiger als die
Raubwildbejagung sind für das Niederwild verbesserte Äsungs- und
Deckungsmöglichkeiten. So interpretieren Wissenschaft und Umweltministerium
die Ergebnisse eines Niederwildhegeprojektes, das 2001 im rheinhessischen
Osthofen gestartet wurde. Jäger und Praktiker vor Ort sehen dies mit anderen
Augen.
Initiator der bis dahin einmaligen Aktion war der Landesjagdverband
Rheinland-Pfalz. Offizieller Auftraggeber war das Ministerium für Umwelt,
Verbraucherschutz und Forsten. Insgesamt wurden für das Projekt 250000 Euro
veranschlagt. In den einzelnen Jahren flossen jeweils zwischen 35000 und
50000 Euro in das Projekt.
Auf einer etwa 2650 Hektar großen Versuchsfläche sollte unter fachlicher
Betreuung eines Berufsjägers die Situation des Niederwilds erfasst und
Faktoren identifiziert werden, die die Besätze positiv und negativ
beeinflussen. Ein weiterer Beobachtungsaspekt des mehrjährigen Projektes war
der jagdliche Einfluss.
In zwei Phasen kamen unterschiedliche Methoden zur Steigerung des Besatzes
zum Tragen. Am Anfang stand eine verstärkte Raubwildbejagung, in der zweiten
Phase wurde der Schwerpunkt auf Biotopverbessernde Maßnahmen Anlage von
Wildäckern usw. gelegt.
Tatsächlich stiegen die Besätze gegenüber den Vergleichsrevieren deutlich.
Während im Herbst
2001 noch
631 Hasen gezählt wurden, waren es
Ende 2007 1656
Hasen, also eine sehr deutliche Steigerung.
Die Ministeriumsposition sieht einen vernachlässigbaren Einfluss vom Fuchs
und billigt auch den Rabenvögeln keine Bedeutung bei der Besatzentwicklung
zu.
Der Grund, die
Besätze sind erst nach Anlegen der Wildäcker gestiegen, nicht in den ersten
Jahren, in denen schon die Prädatorenkontrolle stark verschärft wurde.
Revieroberjäger
Hildebrandt der das Projekt als Leiter der Landesjagdschule mit betreut hat,
sieht das völlig anders.
Es gibt aus seiner Sicht keine Erklärung dafür, dass nach Wegfall der
Biotopverbessernden Maßnahmen der Besatz weiter gestiegen ist.
Für ihn ist es
wichtig, erst mal mindestens 60 Hasen je 100 ha als Frühjahrsbesatz zu
haben, bevor eine Jagd im Herbst möglich ist.
Dann sollte die
Fuchsstrecke zu 75 % vor dem 1.7. des Jahres erlegt sein.
Auch der Jäger ist
ein Unsicherheitsfaktor sagt Hildebrandt. Längst nicht jeder ist bereit, auf
die Jagd zu verzichten, Wildäcker anzulegen, Krähe, Fuchs und alles weitere
kurz zu halten.
Das der
Auftraggeber das Ergebnis als Ergebniss seiner Studie bekommt, was er
erwartet hatte, wurde hier wieder deutlich.
Mir ist aufgefallen, dass eine solche Untersuchung mit viel Geld und
Zeit wenig Aussagekräftiges gebracht hat.
Dass mit starker Prädatorenbejagung und Biotopverbesserung bei geringer
Jagdausübung sich der Besatz verbessern lässt, wussten wir auch ohne das
Projekt.
Gute Jagdstrecken an Hasen erhalte ich nur wenn schon ein hoher Besatz da
ist.
Masse kann nur auf Masse zuwachsen.
Ich kenne jedoch viele Reviere, die über einen langen Zeitraum auf die
Bejagung des Hasen verzichtet haben, intensive das Raubwild bejagen und
trotzdem kaum den Besatz erhöhen konnten.
Für die meisten ist eine Zahl von 60 Hasen auf 100 ha Utopie.
Übrigens:
Wenn ein Fuchs 500 Gramm Biomasse am Tag braucht, sind das in
Rheinland-Pfalz 20 Tonnen am Tag, bei nur einem Prozent Niederwildanteil
sind das 73 Tonnen im Jahr.
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BIO-CONSULT Untersuchungen 2005 zum Bruterfolg des Säbelschnäblers
in Ostfriesland:
Anfang der 80er Jahre war die
Leybucht mit ca. 1500 BP eine der bedeutensten Brutplätze im westlichen
Europa. 2004 lag der Bestand bei 200 BP und wurde damit wesentlich für
den landesweiten Rückgang verantwortlich, der zur Eintragung in die
Vorwarnliste der roten Liste wurde.
Unter 4.2.1 Schlupferfolg
Vom 1.5 bis 22.6.2005 wurden in
den Außendeichsflächen insgesamt 117 Gelege markiert und auf
Schlupferfolg untersucht, davon waren nur 6 Gelege erfolgreich ( = 5,1 %
)
An Hand von Spuren war genau bestimmbar das der Fuchs zu über 90% an der
Prädation beteiligt war. Einmal war es die Rabenkrähe, drei mal
Viehtritt, einmal unklar.
In der Diskussion wird darauf hingewiesen, dass in Schleswig -Holstein
und an der Niederländischen Küste ähnlich hohe Prädation durch den Fuchs
stattfand.
Im NSG Speicherbecken spielte
die Gelegeprädation nur eine geringe Rolle. Füchse waren anscheinend
während der Hauptbrutzeit nicht auf der Insel. Der fuchsfreie Status
könnte auf Bejagung und/oder durch die Insellage zurückzuführen sein.
Auszüge aus der
zusammenfassenden Bewertung:
Innerhalb der Leybucht (Außendeichsbereiche: Hauener Hooge,
Mittelplate, Hauener Hooge; binnendeichs: NSG Leyhörn) bestehen für
Säbelschnäbler vielfältige ökologisch- und räumlich-funktionale
Zusammenhänge. Für Untersuchungen zur Bestandsentwicklung und zum
Bruterfolg der Art ist eine Trennung in den Nationalpark und das
Naturschutzgebiet deshalb nicht sinnvoll. Manche Entwicklungen sind nur
durch Betrachtung des Gesamtraumes zu erklären. Diesen Anforderungen
konnte durch eine zwischenzeitliche Erweiterung des ursprünglich
geplanten Untersuchungsumfangs entsprochen werden.
Der Brutbestand lag 2005 mit 254 Brutpaaren etwas über
Vorjahresbestand, ist im langjährigen Trend aber immer noch auf einem
niedrigen Niveau.
Der „Brutbestand" bzw. die Kolonien unterliegen in der Leybucht sehr
dynamischen Prozessen. Die ersten Ansiedlungen fanden innerhalb des
Speicherbeckens im NSG Leyhörn Mitte April statt, diese Erstbruten
wurden jedoch zu hohen Anteilen durch Überflutung zerstört. Ab Ende
April wurden dann die Außendeichsflächen in der Mittelplate und in der
Hauener Hooge, Mitte/Ende Mai dann auch auf dem Buscher Heller
besiedelt. Ab Ende Mai wurden erneut auch Kolonien im Speicherbecken
besetzt. Während der ganzen Brutzeit war mit schwankenden Beständen auch
eine Kolonie in den Hauener Pütten besetzt.
Die Schlupferfolgswerte in den Außendeichsflächen waren sehr gering;
die Gelegeverluste sind vor allem auf Prädation durch Füchse
zurückzuführen: andere Prädatoren spielten kaum eine Rolle, auf dem
Buscher Heller gingen einige Gelege durch Viehtritt verloren. Die späten
Gelege im Speicherbecken waren erfolgreicher als die Erstgelege; Füchse
konnten hier als Prädatoren nicht festgestellt werden.
Der Bruterfolg für die gesamte Leybucht liegt für das Jahr 2005 mit
0,28 Juv./BP immerhin im mittleren Bereich der Werte aus anderen
Untersuchungsgebieten in Nordwesteuropa. Der Bruterfolg war im Bereich
des Speicherbeckens und der Hauener Hooge deutlich besser als in der
Mittelplate und auf dem Buscher Heller. Familienverbände wanderten z.T.
über größere Strecken zwischen den Außendeichsflächen als auch
wahrscheinlich vom Speicherbecken in den Außendeichsbereich.
Störungen mit feststellbaren Reaktionen der Säbelschnäbler traten in
den Außendeichsbereichen selten auf; potenzielle Vogel-Prädatoren wurden
in der Regel erfolgreich abgewehrt.
in der weiteren Diskussion...
Die Besiedlung der Vorländer in den Außendeichsflächen erfolgte
zuerst in der Mittelplate und der Hauener Hooge; erst Mitte/Ende Mai
wurde der Buscher Heller besiedelt. Der Schlupferfolg war in allen
Kolonien gering. Neben den überall festgestellten Prädationsverlusten
trat im Buscher Heller zusätzlich noch Viehtritt als Verlustursache
hinzu. Diese Verluste waren vor allem durch die kleinräumige
Konzentration von hohen Viehstückzahlen bedingt. Eine auch in diesem
Frühjahr erfolgte Begrüppung im Buscher Heller sorgte für eine schnelle
Austrocknung der wenigen Blänken, die beweideten Flächen waren extrem
trocken.
Welche Prädatoren sind für den Gelege- bzw. Brutverlust
verantwortlich?
In allen Außendeichsflächen war der Schlupferfolg gering. Die
Verluste waren zu sehr hohen Anteilen auf Füchse zurückzuführen.
Gelegeprädation durch Vögel spielte nur eine sehr geringe Rolle (je ein
Fall durch Rohrweihe und Rabenkrähe). Wegen der zahlreichen Nachgelege
kann auch bei hohen Gelegeverlusten z.T. noch ein guter Bruterfolg
erzielt werden, denn die Überlebenschancen der Küken stellen in der
Regel den wichtigeren Faktor für den Bruterfolg bei Säbelschnäbler dar:
Diese sind abhängig vor allem von Nahrungsangebot, dem Faktor Prädation
und insbesondere den Wetterbedingungen .
Der Bruterfolg war in der Hauener Hooge und im Speicherbecken Leyhörn
deutlich besser als an den anderen Koloniestandorten. Im Speicherbecken
Leyhörn waren keine hohen Prädationsverluste - weder Gelege noch Küken -
festzustellen.
Welche Rolle spielt die Tiefe des Vorlandes für den Schlupferfolg?
Der Schlupferfolg war wie erwähnt in allen Kolonien gering,
unabhängig von der Tiefe des Vorlandes oder der Entfernung der Kolonien
zum Deich bzw. zum Vorland. Füchse konnten in allen Außendeichsbereichen
(bis an die Wattkante) anhand von Trittsiegeln festgestellt werden.
Welche Faktoren begünstigen die Prädation bzw. die Prädatoren und
welche Lösungsansätze zur Verringerung der Prädation sind umsetzbar?
Gelegeprädation durch Füchse war in diesem Jahr maßgeblich für den
geringen Schlupferfolg verantwortlich.
Der Fuchsbestand hat vor allem wegen der Tollwutimmunisierung und
großflächigen Landschaftsveränderungen in ganz Deutschland in den
letzten Jahrzehnten stark zugenommen (z.B. Bellebaum 2002, Langgemach &
Bellebaum 2006). Auch in der Krummhörn sind Füchse mittlerweile weit und
dicht verbreitet. Zur Hauptbeute der Füchse gehören Mäuse; in schlechten
Mäusejahren weichen sie auch verstärkt auf Alternativbeute aus. Dass in
diesem Jahr in der Krummhörn zu Beginn der Brutzeit ein geringer
Mäusebestand vorhanden war, deutet u.a. auch der geringe Bruterfolg der
Wiesenweihe an, die ebenfalls meist überwiegend Mäuse jagt (R. Baum
mündl.). Es liegen zwar weder zum genauen Fuchs- noch zum Mäusebestand
exakte Daten vor, möglicherweise lassen sich so aber die hohen
Kükenverluste erklären.
Es ist fraglich, ob angesichts der Populationsdynamik der
Fuchsbestände dieser durch eine Bejagung in der Leybucht mittel- und
langfristig zu kontrollieren ist. Der Erfolg möglicher Maßnahmen sollte
begleitend untersucht werden (Langgemach & Bellebaum 2006). Neben einer
möglichen jagdlichen Kontrolle der Vorkommen werden deshalb weitere
Vorschläge unterbreitet, die das Gebiet für Füchse unattraktiver
gestalten könnten.
Maßnahmenvorschlag: Intensive Bejagung von Altfüchsen vor der
Setzzeit und von Jungfüchsen (ganzjährig) in allen Revieren der
Leybucht und angrenzenden Bereichen (u.a. auch durch eine Drückjagd im
angrenzenden Hinterland im Februar).
Ausbringung von einigen Kunstbauten im Bereich der Deiche in
Zusammenarbeit mit den lokalen Jagdpächtern (im Winterhalbjahr
2005/2006) und gezielte Kontrolle vor der Brutzeit (bzw. Setzzeit im
Februar/März).
Es wird in jedem Fall eine begleitende Erfolgskontrolle empfohlen. |
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Skandinavien/Dänemark
MARCSTRÖM et al. (1988, 1989) überprüften mit einem 10
jährigen Räuberausschluss-Versuch auf den beiden schwedischen Ostseeinseln
Rånön und Bergön, ob die Prädation durch den Fuchs und Baummarder ein
limitierender Faktor für Schneehasen (Lepus timidus) und
Rauhfußhühner (Auer- und Birkhuhn) sein kann. Des Weiteren prüft er,
inwieweit sich der Prädationsdruck auf die Beutetierarten verlagert, wenn
die vorhandenen Wühlmauspopulationen abnehmen und wie sich die
Aufzuchterfolge mit und ohne Prädationskontrolle unterscheiden. Auf beiden
Inseln kamen Füchse und Marder alternierend in normaler Bestandsdichte vor.
Zwischen 1976 und 1980 wurden die beiden Prädatorenarten auf der Insel
Bergön durch Fang und Abschuss stark reduziert. Die nicht bejagte Insel
Rånön diente in dieser Zeit als Vergleichsgebiet. Von 1981 bis 1984 wurden
Reduktions- und Vergleichsinsel miteinander vertauscht, um eine
Fehlinterpretation der Ergebnisse durch Habitatunterschiede auszuschließen.
Die Autoren kamen zu folgenden Ergebnissen:
- Die Hasendichten im März waren auf beiden Inseln in den Jahren, in
denen Füchse und Marder im Winter reduziert wurden, zwei bis dreimal höher
als in Jahren ohne Prädationskontrolle.
- Die Überlebensraten von Alt- und Junghasen waren während des
Populationstiefs der Wühlmauspopulation ohne Prädationskontrolle am
geringsten und stiegen erst mit der Reduktion von Fuchs und Marder wieder
an. Die Populationszyklen der Wühlmäuse beeinflussten also den
Prädationsdruck auf den Schneehasen.
- Der Anteil führender Hennen und die mittlere Kükenanzahl pro Gesperre
waren im Gebiet der Prädatorenkontrolle signifikant höher als im
Vergleichsgebiet.
- Der Bestand an adulten Auer- und Birkhühnern hatte nach 2 Jahren
Prädatorenkontrolle um 56-80 % zugenommen.
- Im Kontrollgebiet mit Prädatoren war die mittlere Gesperregröße
positiv mit der sommerlichen Wühlmausdichte korreliert – im Gebiet ohne
Prädatoren hingegen nicht.
- Fuchs- und Marderreduktion führten während zweier Vierjahreszyklen
nicht zu einer Beeinflussung der Wühlmausdichte.
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Bei allen Untersuchungen ist eines
gemeinsam, sie müssen immer in Beziehung zum jeweiligen Revier gesetzt
werden.Schon in 20 km kann
die Struktur eines Gebietes völlig anders sein und damit auch die Aussage,
was bringt die Fuchsbejagung.
Damit wird deutlich, dass eine
generelle Aussage nur selten möglich ist.
Wird durch eine Seuche, z.B. Räude, der
Bestand in ganzen Gebieten reduziert, steigt der Besatz an Wildvögeln und
Hasen.
Diese Reduzierung ist durch Jagd nicht
erreichbar.
In Gebieten mit wenig Füchsen wird eine
weitere Reduzierung kaum möglich sein.
Hier muss versucht werden, diesen Stand
zu behalten.
Damit kann der Besatz an Wildvögeln und
Hasen stabil bleiben,
er ist in diesen Bereichen deutlich
höher als in Gebieten mit vielen Füchsen.
In Gebieten mit vielen Füchsen wird
durch eine Reduzierung der Füchse der Besatz von Wiesenbrüter, Hase usw.
deutlich steigen.
Nur wenige Jäger erreichen das,
generell ist es bis jetzt nicht gelungen.
Für die immer wieder geäußerte
Vermutung, dass sich dann die Reproduktion erhöht, gibt es keinen Beleg.
Es ist eine reine Vermutung, die durch
die Untersuchung der Plazentanarben widerlegt ist.
Lebende Kitze dürften erheblich öfter
ein Opfer von Füchsen sein, als viele annehmen.
Gelege werden zu großen Teilen nachts
von Prädatoren wie Steinmarder und Fuchs zerstört.
Küken werden eher ein Opfer von
Beutegreifern aus der Luft.
Der Fuchs ist nur einer von vielen
Prädatoren.
Habe ich einen sehr geringen
Fuchsbesatz, kann der positive Effekt durch den
Bussard, Graureiher, Krähe und viele
andere schnell wieder reduziert werden.
Damit ist die Forschung bei dem Punkt
angelangt, den alle langjährigen aktiven Jägern schon immer klar war:
Raubwild und Raubzeug muss so gering
wie möglich gehalten werden.
Nur dann hat der Kiebitz, der
Brachvogel, der Fasan und der Hase eine Chance!
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Dass es nicht nur Junghasen,
sind zeigt das Foto rechts. Der
Fuchs wurde beobachtet, wie er den Hasen schlug.
Auf dem Rückweg wurde er erlegt.
Der Hase war noch warm, zum Teil
aufgefressen.
Er war fast ausgewachsen. |
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Wildtiererfassung
2006 Aurich
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Hegering |
Hasen |
Füchse |
Hasen je 1000ha |
Füchse je 1000 ha |
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Ihlow |
538 |
36 |
80 |
5,4 |
|
Bagband |
266 |
106 |
24 |
9,6 |
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Aurich Oldendorf |
563 |
48 |
68 |
5,8 |
|
Südbrookmerland |
410 |
94 |
55 |
12,7 |
|
Middels |
226 |
74 |
44 |
14,8 |
|
Sandhorst |
149 |
80 |
22 |
11,7 |
|
Riepe |
735 |
35 |
117 |
5,6 |
|
Gesamt |
2887 |
473 |
66 |
9,2 |
|
Hegering |
Füchse je 1000 ha
auf der Ansitz, Such-
und Treibjagd |
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Ihlow |
1,8 |
|
Bagband |
5,9 |
|
Aurich Oldendorf |
4,6 |
|
Südbrookmerland |
6,2 |
|
Middels |
6,5 |
|
Sandhorst |
7,4 |
|
Riepe |
0,4 |
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Eine konsequente Bejagung des
Fuchses zeigt Erfolge. Wenn ich die
Füchse nicht als Jungfüchse beim Bau bekomme
oder sie mit
der Baujagd intensiv bejage, habe ich weniger Hasen.
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